BauKlima-Kommunal Vorträge und Material

Michael Burchert: „Die kommunale Bauwende“ ( zum ARTIKEL / Handreichung PDF)

Wie wir die kommunale Bauwende erreichen, eine Handreichung zum Nachhaltigen Bauen in Kommunen.

26.01.2026 – Dennis Harms, Baugestalt: „Sanieren mit Stroh“

Dennis Harms, Baugestalt, zeigte, wie wir mit präzise vorgefertigten, modernen Strohelementen gewaltige kommunale Energieeinsparungen erreichen, ohne hohe Graue Emissionen der Herstellung zu verursachen. Hierbei wurden 7 Schwimmhallen im Oberhausener DISKO Projekt mit Lorenz Systeme Modulen modernisiert und über hundert Tonnen CO2 eingelagert statt emittiert. Ein ambitioniertes Großprojekt mit Pionier*innenarbeit, das mehr Aufmerksamkeit verdient. Hier könnte bereits eine Blaupause für viele Kommunen entstanden sein, für ein nahezu serielles Bauen und Sanieren, dass die Herausforderungen des Wandels schon gemeistert hat. (Siehe auch DISKO Projekt PDF).

04.09.2025 – Michael Burchert: „Wie gelingt die nachhaltige kommunale Beschaffung?“

Die kommunale Bauwende verfolgt das Ziel eines „schadlosen Bauens“, bei dem Kommunen durch nachhaltige Beschaffung sowie den verstärkten Einsatz nachwachsender Rohstoffe, Lehm, Wiedernutzung und vor allem Sanierung eine Vorbildrolle einnehmen. Dies kann über die Einpreisung der Umweltfolgekosten geschehen, sodass Projektvarianten sich fair vergleichbar machen und gute Gebäude mit dem geringsten Fußabdruck entstehen. Ebenfalls muss die Vergabepraxis hin zu einem wirtschaftlichen und nachhaltigen, gemeinsamen Prozess verändert werden um die Qualität zu bekommen, die gewünscht ist. (Siehe auch den zugehörigen Artikel und die Präsentation)

04.09.2025 – Michael Burchert: „Eine Bauwende einleiten“

Michael Burchert, BIWENA e.V., will eine Bauwende einleiten. Bauwende, was bedeutet das wirklich? Die Ertüchtigung des Bestands und die vorrangige Nutzung von nachwachsenden, kreislauffähigen Rohstoffen, wenn denn neu gebaut wird. Wie bei der Energiewende auch, sind es hier letzlich auch die Erneuerbaren – Materialien, nicht nur Energien, die die Wende bringen. Ein schadloses Bauen, das klar einen Weg weg von dem fossil-abhängigen Wirtschaften aufzeigt, wie unter Einhaltung des Treibhausgas- und Ressourcenbudgets mit Weniger, bessere Gebäude entstehen können und zu Modernisieren. (Siehe auch die zugehörige Präsentation)

04.09.2025 – Ulrich Steinmeyer: „Bauwende aus der Praxis“

Uli Steinmeyer, Vorstand der Ökoplus AG und unter anderem Passivhaushandwerker, erläutert im Webinar von „BauKlima-Kommunal“, was im ökologischen Bauen heute bereits Standard ist. Sein Fokus liegt dabei nicht auf einem lediglich „etwas klimafreundlicheren“ Bauen, das nur weniger schädlich ist als die aktuelle Praxis, sondern auf Bauweisen, die bereits jetzt konsequent klimatauglich sind. Dabei muss das noch nicht mal teurer sein. Ein sehr interessanter Einblick in die handwerkliche und unternehmerische Praxis.

16.09.2025 – Tilmann Jarmer: „Einfach Bauen“

Tilmann Jarmer (TUM) berichtet über einfache Bauweisen mit nachhaltigen Materialien und reduzierter Technik, die nachgewiesen ein hohes Maß an Zufriedenheit der Nutzenden erzeugen. Untersucht wurden verschiedene, ‚einfach‘ gebaute und bewohnte, mehrgeschossige Forschungshäuser in Bad Aibling aus Holz, aus Mauerwerk und aus Leichtbeton. Hierbei wurde sich das Nutzendenverhalten sehr genau angeschaut, was z.B. Lüften, Heizen, Wohlbefinden angeht. Wir werfen hier einen Blick in die Zukunft des günstigen, klimaangepassten Bauens und Wohnens, das sich eindeutig in Richtung neu interpretierter, klassischer Baumaterialien (Holz, nawaRo und Lehm) und weniger Technische Gebäudeausstattung (TGA) bewegt. An der Stelle merken wir, dass Suffizienz nicht unbedingt weniger Komfort bedeuten muss. Wie viel ist genug? Unbedingt anschauen!

19.09.2025 – Ulrich Bunnemann: „Nachwachsende Rohstoffe in der Bestandssanierung – Erfahrungen aus langjähriger Praxis“

Architekt und Bauunternehmer Ulrich Bunnemann von der Schelfbauhütte spricht über die Sanierung von Bestandsgebäuden mit nachwachsenden Rohstoffen u.a. Stroh, Holz, Zellulose (NawaRo). Unter anderem sanierte er Fachwerkgebäude, die Sie vermutlich längst abgeschrieben hätten. Er plädiert leidenschaftlich für den Erhalt von Bausubstanz statt Abriss und Neubau. Dabei ließ er sich nicht abhalten, ein ganzes Industrieareal mit Schrottimmobilien und einer Schwimmhalle zu bezahlbarem Wohnraum mit „Strohbauankern“ zu modernisieren. Ein eindrucksvoller Lebensweg, der aufzeigt wie wichtig es ist, über die Grenzen von Architektur als Design hinauszugehen und sich dem Handwerk, der Produktion, der Ökologie, den bestehenden Orten, Gebäuden und damit am Ende dem Sozialen zu widmen. Ein wiederkehrendes Schema in der besten Bauwende-Praxis.

19.09.2025 Dorothee Mix: Innendämmung zum Erhalt der Baukultur

Innendämmungen sind für uns zu Unrecht im Verruf geraten, insbesondere in Verbindung mit Lehm und Leichtlehmen mit nachwachsenden Rohstoffen, lassen sich hervorragende Effizienz- und Komfortgewinne für Gebäudenutzende schaffen. Dorothee Mix, Weiterbildnerin vom BIWENA e.V. und Bauhandwerkerin mit langer Erfahrung, erklärt, dass für das kontrovers diskutierte Thema, klare Regeln eingehalten werden müssen, wenn es gut werden soll. (Hier geht es zur Präsentation)

24.09.2025 – Klaus Dosch: „Bauwende für Ihre Klimaziele – Ein einfacher, pragmatischer Ansatz zum Multiplizieren.“

Klaus Dosch, RESSCORE, über die Begrenzung des Bauschadens mittels einfacher Ermittlung der Emissionen und Ressourcenrucksacks dort wo es wirklich zählt. Auf die Nachkommastellen zu verzichten, solle Kosten sparen, Bauwende lebe von klaren Anforderungen und es brauche kein „Nachhaltigkeitschischi“. Grundstücke solle man von vornherein nach Ressourcenkriterien vergeben. Beim Kühlschrankkauf verstehe es schließlich auch jede*r, weil es anhand einer einfachen A-G Skala draufsteht ob er Ressourcen spart, warum soll das nicht auch beim Hausbau gehen? Auf die Maßnahmen die zeitnah wirken soll gesetzt werden, statt in die Glaskugel zu schauen was in 50 oder 100 Jahren passiert. Sehr sehenswert!

09.10.2025 – Dr. Anna Braune: „Studie, Kosten Nachhaltiges Bauen, ist das wirklich teurer?“

Anna Braune, DGNB spricht über eine DGNB/BPIE Studie mit 28 analysierten Gebäuden. Im Widerspruch zu landläufiger Meinung: Hier konnte kein Zusammenhang festgestellt werden zwischen höheren Baukosten und dem klimafreundlichen Bauen. Selbst bei den anspruchsvollsten Nachhaltigkeitszertifikaten DGNB Platin und Gold. Da die grauen Emissionen aus Bau und Herstellung etwa 50% in der Lebenszyklusbetrachtung ausmachen; und eben sofort anfallen, sei das Tragwerk von Gebäuden der Haupthebel. Vor allem die technische Gebäudeausstattung (TGA) sei heute ein Kostentreiber und brauche kluge Planung. Nach den präsentierten Zahlen zur Klimawirkung, lässt sich eindeutig Holz und generell nachwachsende Rohstoffe (nawaRo) als Lösung für das Emissionsproblem des Bauens erkennen. Planungsentscheidungen für nawaRo müssen ganz zu Beginn fallen. Nachhaltigkeit ist dann kein teures „Add on“, mit intelligenter Planung mit Fokus auf das Tragwerk, lassen sich klimaschonende Gebäude ohne Mehrkosten bauen.


Das Projekt „BauKlima-kommunal“ wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe, dem  Lehrstuhl für energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen an der Technischen Universität München und dem BIWENA e.V. durchgeführt. Es wird gefördert durch die: Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) Förderkennzeichen: 67KF0181B