
Runder Tisch Nachhaltiges Bauen
Der Runde Tisch dient dem interkommunalen Austausch und der Vernetzung von Bauakteur*innen in den drei Landkreisen Verden, Nienburg und Diepholz. Er findet vierteljährlich statt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Akteur*innen der drei Landkreise Verden, Nienburg und Diepholz zu stärken, Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen und Leitplanken für nachhaltiges Bauen und gute Baupraxis in der Region Mitte Niedersachsen zu entwickeln.
Der Runde Tisch schafft nicht nur eine Plattform für Austausch und Vernetzung, sondern liefert konkrete Lösungen, die dann praktisch umgesetzt werden. Eine gemeinsame Perspektive für Nachhaltiges Bauen für die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen sorgt dafür, dass Klimaschutzziele erreicht und messbar umgesetzt werden. Best-Practice-Beispiele aus der Region zeigen wo und wie gute Baupraxis bereits umgesetzt wurde.
Ziele des Runden Tisches
- Entwicklung gemeinsamer Kriterien für nachhaltiges Bauen in der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen (Landkreise Verden, Nienburg und Diepholz).
- Förderung einer klimafreundlichen und ressourcenschonenden Bauweise als Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und der Klimaneutralität bis 2045.
- Vernetzung von Kommunen, Handwerk, Planungsbüros, Bildungseinrichtungen, Verbänden und Klimaagenturen.
- Austausch von Erfahrungen, Praxisbeispielen und Lösungsansätzen für die kommunale Bauwende
- Verankerung nachhaltiger Bauweisen in kommunalen Planungs-, Vergabe- und Bauprozessen.
Aktuelle Termine:
Okt./Nov. 2026 | 7. Runder Tisch in Verden
25.08.2026 | 6. Runder Tisch in Nordwohlde/Syke – Thema: Möglichkeiten der Sanierung und Gebäudeumnutzung oder Bestand erhalten oder neu bauen?
Vergangene Termine:
29.04.2026 | 5. Runder Tisch beim Dachdecker- und Holzbaubetrieb Brüggemann – Thema: Bedeutung des Bauhandwerks beim nachhaltigen Bauen
26.02.2026 | 4. Runder Tisch am NZNB in Verden – Thema: Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden
25.12.2025 | 3. Runder Tisch beim Getränkehersteller Lütvogt in Wagenfeld – Thema: Nachhaltiger Gewerbebau
28.10.2025 | 2. Runder Tisch an der OBS in Marklohe – Thema: Sanierung von Schulgebäuden
18.06.2025 | Auftakt und erster Runder Tisch am NZNB in Verden
Ergebnisse / Zusammenfassung:
1. Gemeinsames Verständnis für nachhaltiges Bauen
Die Teilnehmenden sind sich einig, dass nachhaltiges Bauen nur durch die Zusammenarbeit aller relevanten Akteur*innen gelingen kann. Der Runde Tisch stärkt das gemeinsame Verständnis für die Herausforderungen und Chancen der Bauwende.
2. Entwicklung gemeinsamer Kriterien für nachhaltiges Bauen
Der Runde Tisch hat Kriterien erarbeitet, die als praxisnahe Grundlage für nachhaltige Bauvorhaben dienen sollen. Sie werden sowohl von kommunalen Verwaltungen als auch von Akteur*innen der Bauwirtschaft unterstützt und orientieren sich konsequent an den Zielen Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.
Als zentrale Vorteile gemeinsamer Kriterien wurden identifiziert:
- Einheitliche Orientierung für Kommunen und Bauakteur*innen
- Stärkere öffentliche Kommunikation
- Aufbau einer regionalen Vorreiterrolle in der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen
- Sicherung regionaler Wertschöpfung und Fachkompetenz in der Region
3. Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit
Ein zentrales Ergebnis war die Erkenntnis, dass viele Kommunen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und deshalb von einem systematischen Austausch von Wissen, Erfahrungen und guten Beispielen profitieren können.
4. Erfolgsfaktoren für die Umsetzung
Folgende Faktoren wurden als besonders wichtig für die praktische Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte benannt:
- Frühzeitige Einbindung aller Beteiligten
- Transparente Kommunikation von Zielen, Kosten und Nutzen
- Aktive Öffentlichkeitsarbeit
- Erfahrungsaustausch über Landkreisgrenzen hinweg
5. Identifikation eines praxiserprobten Bewertungssystems
Als besonders geeignet wurde ein im Rheinischen Revier entwickeltes Bewertungssystem (ResScore) identifiziert. Dieses wurde gemeinsam von Wissenschaft, Kommunen und weiteren Partnern entwickelt und hat sich bereits in mehreren Baugebieten bewährt. Es ist einfach, kostengünstig und wirkungsvoll.
Das System bewertet Gebäude anhand von drei zentralen Indikatoren:
- CO₂-Emissionen (GWP)
- Primärenergiebedarf (PENR)
- Ressourcenverbrauch (RMI)
Die Bewertung erfolgt über den gesamten Lebenszyklus von 50 Jahren und ermöglicht eine einfache Einstufung auf einer Skala von A bis G



6. Aufbau eines überregionalen Netzwerks
Der Runde Tisch trägt zur Bildung eines wachsenden Netzwerks von Fachleuten und Institutionen bei. Dieses Netzwerk soll künftig die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte in der Region unterstutzen und neuen Impulsen für die Bauwende geben.
7. Zusammenfassung
Der Runde Tisch hat bereits 7 Punkte für nachhaltiges Bauen, eine Präambel und einen Leitfaden als Entwurf vorgelegt. Nun gilt es, politische Unterstützung und Rückhalt bei den Bauakteurinnen und Bauakteuren der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen zu gewinnen, um wirksame und breit getragene Nachhaltigkeitskriterien für das Bauen in der Region zu etablieren.
Die beteiligten Akteur*innen haben gemeinsame Handlungsfelder identifiziert, erste Anforderungen an Nachhaltigkeitskriterien ausgearbeitet und den politischen sowie fachlichen Willen zur weiteren Zusammenarbeit deutlich gemacht. Der Prozess soll in weiteren Veranstaltungen fortgeführt werden, um konkrete und umsetzbare Standards für die kommunale Bauwende zu entwickeln und schrittweise in der Region zu verankern.

Das Projekt „Bildungsoffensive Nachhaltiges Bauen Mitte Niedersachsen“ wird durch die Europäische Union und durch den Landkreis Diepholz, Landkreis Nienburg/Weser und den Landkreis Verden im Rahmen der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen gefördert.