{"id":1914,"date":"2026-09-07T17:14:08","date_gmt":"2026-09-07T15:14:08","guid":{"rendered":"https:\/\/biwena.de\/?p=1914"},"modified":"2026-09-07T17:16:30","modified_gmt":"2026-09-07T15:16:30","slug":"6-runder-tisch-bestand-nachhaltig-sanieren-am-beispiel-der-grundschule-nordwohlde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/2026\/09\/07\/6-runder-tisch-bestand-nachhaltig-sanieren-am-beispiel-der-grundschule-nordwohlde\/","title":{"rendered":"6. Runder Tisch: Bestand nachhaltig sanieren am Beispiel der Grundschule Nordwohlde"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim 6. Runden Tisch der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen wurde deutlich: Die Vorbildfunktion der \u00f6ffentlichen Hand beim klimaschonenden Bauen ist trotz knapper Kassen machbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Handwerk, Planung und weiteren Bauakteuren aus Verden, Diepholz und Nienburg konnten sich bei der Besichtigung der Grundschule Nordwohlde selbst ein Bild davon machen. Die beeindruckende Sanierung und Umnutzung der Schule mit ehemaliger Turnhalle zeigt, dass nachhaltiges Sanieren mit \u00fcberwiegend nachwachsenden Rohstoffen, wohngesunden Materialien und regionaler Kompetenz innerhalb der vorgegebenen Kosten m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Ortswechsel zur Kreismusikschule Syke diskutierten Bauherrschaft und Planung, was es braucht, um nachhaltige Bau- und Sanierungsentscheidungen zu treffen. Entlang der gemeinsam entwickelten Kriterien f\u00fcr Nachhaltiges Bauen der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen ging es um Materialwahl, Nutzer*innenwohlbefinden, sommerlichen W\u00e4rmeschutz sowie Chancen und Herausforderungen von Schulsanierungen. Auch M\u00f6glichkeiten einer effizienten und einfachen Ausf\u00fchrung standen im Fokus. Dabei ging es nicht um eine abstrakte Gegen\u00fcberstellung von Sanierung und Neubau, sondern um einen <strong>Erfahrungsaustausch aus der Praxis<\/strong>. Anhand konkreter Projekte wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht und diskutiert, wo nachhaltiges Bauen bereits heute umgesetzt wird und welche Kriterien dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Nachhaltiges Bauen zum Anfassen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Rundgang durch die Grundschule Nordwohlde bildete den praktischen Auftakt. Nach der Begr\u00fc\u00dfung stellte Markus Kreis von 3K Architekten + Ingenieure den Umbau vor. Anschlie\u00dfend ging es gemeinsam mit Sch\u00fcler*innen und der Schulleitung durch das Geb\u00e4ude. Der Geruch von Holz und Linoleum, der lichtdurchflutete Eingangsbereich und die holzvert\u00e4felten B\u00e4der vermittelten unmittelbar einen angenehmen und behaglichen Eindruck. Nachhaltiges Sanieren hat damit auch mit Wohlbefinden und Gesundheit zu tun.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1915\" srcset=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012-300x169.jpg 300w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012-768x432.jpg 768w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_012.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Projektvorstellung und Besichtigung wurden zentrale Fragen diskutiert: Wie funktioniert ein Geb\u00e4ude im Alltag? Wie f\u00fchlen sich die R\u00e4ume f\u00fcr die Menschen an, die sie t\u00e4glich nutzen? Und welche Entscheidungen haben dazu beigetragen, aus einer bestehenden Turnhalle einen zeitgem\u00e4\u00dfen Lernort zu machen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00fcler*innen zeigten stolz ihre R\u00e4umlichkeiten. Bemerkenswert ist auch der enge regionale und pers\u00f6nliche Bezug: Das beauftragte Planungsb\u00fcro 3K hatte eigene Kinder und Enkel*innen auf der Schule. So spielten neben der regionalen Kompetenz auch generations\u00fcbergreifende Aspekte eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1916\" srcset=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011-300x169.jpg 300w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011-768x432.jpg 768w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_011.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf Fragen zu Kosten und m\u00f6glichen Kostensteigerungen antwortete Markus Kreis: <strong>\u201eEs gab in der Summe keine Kostensteigerungen, alles lief innerhalb der geplanten Kosten.\u201c<\/strong> Lediglich die Stadt Bassum als Auftraggeber konnte eigenst\u00e4ndig einen Puffer einplanen. Die Grundschule Nordwohlde ist damit ein gutes Best-Practice-Beispiel f\u00fcr nachhaltiges Bauen in der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen. Der Erhalt bestehender Bausubstanz steht nicht im Widerspruch zu modernen Anforderungen. Vielmehr zeigt das Projekt, welches Potenzial im Bestand steckt, wenn diesersorgf\u00e4ltig analysiert und gezielt weiterentwickelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Sanieren oder Neubau? Ein Erfahrungsaustausch aus der Praxis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Besichtigung ging es zur Kreismusikschule Syke. Dort stand die Paneldiskussion <strong>\u201eSanieren oder Neubau? Erfahrungsaustausch aus der Praxis\u201c<\/strong> auf dem Programm. Mit dabei waren Mischa Flasp\u00f6hler, Fachdienstleiter Liegenschaften des Landkreises Diepholz, Michael Schr\u00f6der von Schr\u00f6der Architekten sowie Markus Kreis von 3K Architekten + Ingenieure. Schnell wurde deutlich: Eine pauschale Antwort auf die Frage \u201eSanieren oder Neubau?\u201c gibt es nicht. Entscheidend sind der konkrete Bestand, die zuk\u00fcnftige Nutzung, verf\u00fcgbare Fl\u00e4chen, Bauablauf und finanzielle Rahmenbedingungen. Bei der Sanierung einer Schule liegen Chancen und Herausforderungen eng beieinander. Markus Kreis verwies auf den organisatorischen und logistischen Aufwand eines Umbaus im laufenden Betrieb. Sch\u00fcler*innen und Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen eingebunden werden, w\u00e4hrend \u00dcberraschungen im Bestand, enge Zeitpl\u00e4ne und Ferienzeiten ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Dem stehen wesentliche Vorteile gegen\u00fcber: Der Schulbetrieb kann h\u00e4ufig weitergef\u00fchrt, ein Umzug vermieden und bestehende Grundst\u00fccke und Erschlie\u00dfungen weiter genutzt werden. Zudem lassen sich Kosten f\u00fcr Abbruch und R\u00fcckbau vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1917\" srcset=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600-300x169.jpg 300w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600-768x432.jpg 768w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-13-07-11-600.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Gesunde Materialien und das Wohlbefinden der Nutzer*innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem ersten der gemeinsam entwickelten Nachhaltigkeitskriterien: der Verwendung gesunder Materialien und einer resilienten Planung mit Blick auf Nutzung und Wohlbefinden. Dabei wurde deutlich, dass Materialentscheidungen weit \u00fcber die Frage hinausgehen, ob ein Baustoff besonders \u201e\u00f6kologisch\u201c ist. Langlebigkeit, Wartungsaufwand, Wirtschaftlichkeit \u00fcber den gesamten Lebenszyklus und die Auswirkungen auf die Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer spielen insbesondere bei \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden eine wichtige Rolle. Auch die Frage nach Materialien jenseits des klassischen Holzbaus f\u00fchrte zu konkreten Beispielen. <strong>Linoleum und Kautschuk<\/strong> wurden hier von den Diskussionsteilnehmern als langlebige, robuste und praxistaugliche Materialien hervorgehoben. Auch <strong>Lehm und Stroh <\/strong>wurden als <strong>nachhaltige Baustoffe<\/strong> thematisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es im \u00f6ffentlichen Bauen in Deutschland bislang vergleichsweise wenige Erfahrungen gibt, gewinnt der Strohbau in Frankreich im \u00f6ffentlichen und sozialen Bauen zunehmend an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Besonders die positiven Eigenschaften f\u00fcr das Raumklima werden dort gesch\u00e4tzt. Gerade in Schulen, in denen Menschen t\u00e4glich viele Stunden verbringen, ist die Verwendung wohngesunder und m\u00f6glichst schadstoffarmer Materialien von gro\u00dfer Bedeutung. Nachhaltigkeit bedeutet hier, \u00f6kologische, gesundheitliche und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Sommerlicher Hitzeschutz: Resilient planen statt nachtr\u00e4glich reagieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit steigenden sommerlichen Temperaturen gewinnt der Hitzeschutz in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden an Bedeutung. Die Diskussion zeigte, dass eine nachhaltige Planung zun\u00e4chst auf bauliche und passive Ma\u00dfnahmen setzen sollte. Mischa Flasp\u00f6hler nannte wirksamen Sonnenschutz, eine gute Geb\u00e4udeh\u00fclle, nat\u00fcrliche Nachtausk\u00fchlung und die gezielte Nutzung von Speichermassen als wichtige Ans\u00e4tze. Michael Schr\u00f6der erg\u00e4nzte die Bedeutung eines gut gesteuerten au\u00dfenliegenden Sonnenschutzes und einer fr\u00fchzeitigen Geb\u00e4udesimulation. Beim Projekt Nordwohlde hat man sich unter anderem f\u00fcr zus\u00e4tzliche D\u00e4mmma\u00dfnahmen, au\u00dfenliegenden Sonnenschutz und gro\u00dfz\u00fcgigen Dach\u00fcberstand entschieden.<br><br>Sommerlicher W\u00e4rmeschutz sollte nicht erst Thema werden, wenn R\u00e4ume bereits \u00fcberhitzen. Er geh\u00f6rt von Beginn an zu einer resilienten Planung. Die M\u00f6glichkeiten reichen vom Fernhalten der W\u00e4rme \u00fcber nat\u00fcrliche L\u00fcftung und Nachtausk\u00fchlung bis hin zu passiven und \u2013 wenn erforderlich \u2013 aktiven K\u00fchlm\u00f6glichkeiten. Michael Schr\u00f6der betonte, dass k\u00fcnftig die <strong>Entw\u00e4rmung von Geb\u00e4uden<\/strong> eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen wird und bereits bei Sanierungen und Neubauten mitgedacht werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1919\" srcset=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1-1536x863.jpg 1536w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-26-15-21-28-059_006-1.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Bestand erhalten \u2013 und gleichzeitig Raum f\u00fcr Neues schaffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Nachhaltigkeitskriterium lautete:<strong> Bestand erhalten, nachhaltig modernisieren und umnutzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Bestand nicht immer die einzige oder beste L\u00f6sung sein muss. Neubauten oder Erweiterungen k\u00f6nnen die Chance bieten, moderne p\u00e4dagogische Konzepte, flexible Lernlandschaften und multifunktionale R\u00e4ume von Beginn an zu integrieren. Auch Anforderungen an Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und sommerlichen W\u00e4rmeschutz lassen sich fr\u00fchzeitig ber\u00fccksichtigen. Michael Schr\u00f6der erl\u00e4uterte, dass sowohl Stahlbetonfertigteile als auch Holzskelettbauweisen flexible Raumkonzepte erm\u00f6glichen. Entscheidend sei, Anforderungen an Nutzung, Konstruktion, Brandschutz und Wirtschaftlichkeit im konkreten Projekt zusammenzubringen. Beim Holzskelettbau k\u00f6nnen je nach Ausf\u00fchrung h\u00f6here Kosten entstehen. Ein weiteres Praxisbeispiel zeigte das Potenzial von Aufstockungen. Mischa Flasp\u00f6hler berichtete von einem Projekt, bei dem die Nutzfl\u00e4che von rund 2.650 auf rund 4.900 Quadratmeter nahezu verdoppelt werden konnte. Gleichzeitig sank der witterungsbereinigte spezifische W\u00e4rmeverbrauchvon etwa 93 kWh\/m\u00b2a im Jahr 2022 auf rund 77 kWh\/m\u00b2a im Jahr 2025.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Einfach bauen, Materialien und Kosten sparen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der vierte Schwerpunkt war das Kriterium <strong>\u201eEffizientes und einfaches Bauen\u201c<\/strong>. Eine zentrale Erkenntnis: Nachhaltigkeit muss nicht zwangsl\u00e4ufig durch zus\u00e4tzliche Technik, komplexe Konstruktionen oder mehr Material entstehen. Oft liegt ein wichtiger Hebel in der Reduktion auf das Wesentliche. Markus Kreis betonte, dass klare Tragwerke, einfache Grundrisse und m\u00f6glichst wenige unterschiedliche Bauteil- und Materialtypen den Materialeinsatz sowie Planungs-, Fertigungs- und Montageaufwand reduzieren k\u00f6nnen. Standardisierte Bauteile, Vorfertigung und modulare Konstruktionen k\u00f6nnen Bauzeiten verk\u00fcrzen, Schnittstellen reduzieren und Fehler vermeiden. Auch auf unn\u00f6tige Bekleidungen, abgeh\u00e4ngte Decken oder mehrschichtige Konstruktionen k\u00f6nne verzichtet werden, wenn die erforderlichen Funktionen bereits durch die Prim\u00e4rkonstruktion erf\u00fcllt werden. Entscheidend ist eine fr\u00fchzeitige und integrale Abstimmung zwischen Objektplanung, Tragwerk, Haustechnik und Ausbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wurde eine zentrale Erkenntnis des Tages deutlich: Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht automatisch, m\u00f6glichst viel neu zu bauen. Eine sorgf\u00e4ltige Planung kann Material, Zeit und Kostensparen und gleichzeitig langlebige, funktionale Geb\u00e4ude schaffen und erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Vom Erfahrungsaustausch zum gemeinsamen Lernen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der 6. Runde Tisch zeigte erneut den Wert des direkten Austauschs zwischen unterschiedlichen Bauakteur*innen. Verwaltung, Bauherrschaft und Planung bringen verschiedene Anforderungen und Erfahrungen mit. Gerade diese Perspektiven erm\u00f6glichten eine praxisnahe Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1920\" srcset=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004-300x169.jpg 300w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004-768x432.jpg 768w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-08-28-12-39-38-992_004.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die sieben gemeinsam entwickelten Kriterien f\u00fcr Nachhaltiges Bauen sind dabei keine fertige Checkliste, die individuelle Entscheidungen ersetzt. Sie helfen vielmehr, fr\u00fchzeitig die richtigen Fragen zu stellen: Welche Materialien passen zu Nutzung und Geb\u00e4ude? Wie l\u00e4sst sich das Wohlbefinden ber\u00fccksichtigen? Was kann erhalten und weiterverwendet werden? Und wo k\u00f6nnen durch eine einfachere Ausf\u00fchrung Material und Kosten eingespart werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Gemeinsam nachhaltige Entscheidungen treffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende des Tages blieb die Frage <strong>\u201eSanieren oder Neubau?\u201c<\/strong> bewusst ohne allgemeing\u00fcltige Antwort. Die Diskussion hat jedoch gezeigt, dass nachhaltige Entscheidungen eine gute Bestandsanalyse, klare Zielsetzungen und einen fr\u00fchzeitigen Austausch zwischen allen Beteiligten brauchen. Die Grundschule Nordwohlde hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in einer sorgf\u00e4ltig geplanten Sanierung und Umnutzung liegen kann. Gleichzeitig machten die weiteren Praxisbeispiele deutlich, dass auch Erweiterungen, Aufstockungen und Neubauten ihre Berechtigung haben k\u00f6nnen \u2013 wenn sie langfristig gedacht und an den tats\u00e4chlichen Anforderungen von Nutzung, Standort und Gesellschaft ausgerichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim 6. Runden Tisch sind wir diesem gemeinsamen Verst\u00e4ndnis einen weiteren Schritt n\u00e4hergekommen: durch einen Blick in die Praxis, durch offene Diskussionen und durch die Bereitschaft, unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu teilen. Und auch auf die Frage, ob die Beteiligten ihre jeweiligen Projekte und Entscheidungen grunds\u00e4tzlich wieder so treffen w\u00fcrden, fiel die Antwort der Diskussionsg\u00e4ste eindeutig aus: <strong>\u201eJa.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Austausch geht weiter: Am 28. Oktober 2026 findet der 7. Runde Tisch in Verden statt. Eine Einladung folgt.<\/strong><br><br>M\u00f6chten Sie gerne teilnehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Anmeldungen unter: <strong>veranstaltung@biwena.de<\/strong><br>Betreff: <strong>Anmeldung Runder Tisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim 6. Runden Tisch der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen wurde deutlich: Die Vorbildfunktion der \u00f6ffentlichen Hand beim klimaschonenden Bauen ist trotz knapper Kassen machbar. 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