{"id":337,"date":"2025-05-07T11:59:38","date_gmt":"2025-05-07T09:59:38","guid":{"rendered":"https:\/\/biwena.io-flow.de\/?page_id=337"},"modified":"2025-05-07T12:10:30","modified_gmt":"2025-05-07T10:10:30","slug":"dieda","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/dieda\/","title":{"rendered":"DiEDa"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">DiEDa<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"151\" height=\"86\" src=\"https:\/\/biwena.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Logo-DiEDa-final.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-352\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Didaktik selbstorganisierter berufsbezogener Weiterbildungsprozesse mit digitalen Medien<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLebenslanges Lernen\u201c ist ein zentrales politisches Paradigma und aus Sicht von Unternehmen ist die st\u00e4ndige Weiterbildung von Mitarbeiter\/innen angesichts sich wandelnder Anforderungen der modernen Arbeit eine Notwendigkeit. Auch aus individueller Perspektive ist Lernen etwas, was heute in vielf\u00e4ltiger Form m\u00f6glich ist und zu unterschiedlichen Zeiten im Lebensverlauf Priorit\u00e4t bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien er\u00f6ffnen dabei v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr vielf\u00e4ltig gestaltete Lernprozesse \u2013 insbesondere f\u00fcr die Erwachsenenbildung. Doch wie k\u00f6nnen die Akteure des Lernens \u2013 Lernende und Lehrende\/Lernbegleitende \u2013 digitale Medien f\u00fcr Lernprozesse sinnvoll nutzen und sich nutzbar machen? Welche Voraussetzungen sind daf\u00fcr n\u00f6tig und wie k\u00f6nnen und sollten Lernende und Lehrende bei der Aneignung unterst\u00fctzt werden? Welche Besonderheiten gelten dabei f\u00fcr berufsbezogenes Lernen?<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Fragen geht das Projekt DiEDa nach \u2013 das Akronym steht f\u00fcr \u201eEntwicklung einer Weiterbildungsdidaktik f\u00fcr selbstorganisierte Lernprozesse mit Fokus auf lernerorientierte Differenzierung und unter sinnvollem Einsatz von digitalen Medien\u201c. Drei Jahre lang werden im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Institut f\u00fcr Technik und Bildung der Universit\u00e4t Bremen (ITB) und der Bildungswerkstatt f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (BiWeNa), Verden, Grundlagen einer berufsbezogenen Weiterbildungsdidaktik selbstorganisierten Lernens erarbeitet. Dabei soll dem Bezug zur und Transfer in die Weiterbildungspraxis ein gro\u00dfer Stellenwert beigemessen werden. Gef\u00f6rdert wird das Projekt im Rahmen des Programms \u201eInnovative Ans\u00e4tze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung im F\u00f6rderbereich Berufliche Weiterbildung\u201c aus Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>DiEDa verfolgt im Wesentlichen die folgenden Ziele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Aufarbeitung des Forschungsstandes und der Praxis zum beruflichen Lernen Erwachsener mit besonderem Fokus auf die Nutzung digitaler Medien und selbstgesteuerte Lernprozesse;<\/li>\n\n\n\n<li>die berufsp\u00e4dagogische Fundierung des Zusammenhangs zwischen Entwicklungsaufgaben, Lernverhalten und Lernwiderst\u00e4nden bei erwachsenen Lernenden;<\/li>\n\n\n\n<li>die Generierung fundierter Erkenntnisse zu epistemologischen \u00dcberzeugungen und didaktischer Praxis Lehrender in Bezug auf selbstorganisierte Lernprozesse und den Einsatz digitaler Medien.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Auf Basis der so generierten Erkenntnisse erfolgt eine Synthese: die F\u00f6rderung von Achtsamkeit f\u00fcr verschiedene Lernziele und -wege mit konzeptuell stimmiger Konzertierung des Einsatzes digitaler Medien zur Weiterentwicklung selbstorganisierter beruflicher Weiterbildung. Ein Querschnittsziel ist dabei der Transfer projektbezogener Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis beruflicher Weiterbildung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die (berufliche) Erwachsenenbildung unterscheidet sich vom Bereich der formalen Bildung grundlegend: Neben einer Vielfalt der Lernformen gibt es ein breites Spektrum an Bildung vermittelnden Akteuren, wobei gemeinn\u00fctzigen und privatwirtschaftlichen Weiterbildungsanbietern hier eine wesentliche Rolle zukommt. Anders als im Bereich der formalen Bildung gibt es keine geregelten Qualifikationsanforderungen an p\u00e4dagogisches Personal und auch nur wenige umfassende und systematische Qualifizierungsangebote, gleichwohl aber ein breites Spektrum an spezialisierten Weiterbildungen f\u00fcr Weiterbildner_innen, insbesondere im methodischen Bereich. Flankierend dazu gibt es eine \u00fcber Jahrzehnte gereifte Didaktik der Erwachsenenbildung, ebenso wie der beruflichen Bildung. Jedoch ist die Profession gerade erst am Beginn eines Prozesses der Antizipation der Ver\u00e4nderungen, die die fortschreitende Digitalisierung in einer globalisierten Welt auch f\u00fcr das Lernen mit sich bringt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cMan kann auch lernen, ohne dass gelehrt wird. Man kann lernen, wo man will (Ortsunabh\u00e4ngigkeit des Lernens). Man kann lernen, was man will und wie man will (nicht alle m\u00fcssen Dasselbe im Gleichschritt durchlaufen). Man braucht nicht l\u00e4nger \u00fcberfl\u00fcssige Lehrer ertragen, wenn z.B. gelehrt wird, was auch nachlesbar und komfortabel in B\u00fcchern und Lernumgebungen aufbereitet zug\u00e4nglich ist. Man kann selbst entscheiden, wann und in welchen Lernprozessen man Gesellung, Diskussion oder Soziet\u00e4t ben\u00f6tigt, um wirksam lernen zu k\u00f6nnen\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Es entwickelt sich mit wachsender Geschwindigkeit eine virtuelle Lernwelt mit ganz neuen Lernformen (Webinare, Erkl\u00e4rvideos, MOOCs etc.), Methoden, Strukturen und Akteuren (z.B. Lernplattformen wie Edudip). Ihre Umsetzung in die bestehende Praxis beruflicher Weiterbildung trifft jedoch auch auf individuelle und strukturelle Barrieren: F\u00fcr Lehrende in allen p\u00e4dagogischen Bereichen stellt sich die Anforderung, digitale Medien kompetent und didaktisch sinnvoll zu nutzen. Dabei ist die technische Seite und IT-Kompetenz des Lehrpersonals nur eine Herausforderung: hinzu kommt die fundierte didaktische Reflexion und Einordnung innovativer Technologien. Hier kommen auch epistemologische \u00dcberzeugungen des Bildungspersonals zum Tragen \u2013 so kann eine Haltung wie \u201cGelernt werden kann nur in Gegenwart eines Dozenten im Seminarraum\u201d den Einsatz digitalen Lernens verhindern. Andererseits gibt es strukturelle Rahmenbedingungen, die hinderlich wirken \u2013 so wird als \u201cBildung\u201d i.d.R. nur bezahlt, was in einem Seminarraum stattfindet, Selbstlernphasen mit durchdacht gestalteten Lernressourcen aber \u201cz\u00e4hlen\u201d nicht; vorhandene Seminarr\u00e4ume m\u00fcssen aus Sicht der Weiterbildungsorganisationen nun einmal gef\u00fcllt werden; und der Einsatz technisch gest\u00fctzter Lernressourcen erfordert eine entsprechende Infrastruktur, was wiederum mit Kosten verbunden ist. Damit prallt die Digitalisierung der Erwachsenenbildung auf etablierte \u2013 teilweise aber auch stark kritisierte \u2013 Kulturen und Strukturen der Weiterbildung. Dieser Zusammensto\u00df er\u00f6ffnet \u2013 insbesondere in Hinblick auf die Transzendierung des Konzeptes von Ort, Inhalt und Zeit im beruflichen Lernen \u2013 das Potential einer fruchtbaren Weiterentwicklung der Didaktik selbstorganisierten Lernens von Erwachsenen. Denn digitale Medien er\u00f6ffnen in nie gekannter Weise eine Flexibilisierung, Dezentralisierung und Individualisierung von Lernprozessen \u2013 noch nie war selbstorganisiertes und auch selbstbestimmtes Lernen auf so vielf\u00e4ltige Weise m\u00f6glich. Aber wie kann dies didaktisch sinnvoll genutzt werden? Die Antwort darauf setzt ein vertieftes Verst\u00e4ndnis von Selbstlern-Prozessen im Hier und Heute voraus, also unter den Bedingungen der neuen M\u00f6glichkeiten digitaler Medien in der globalisierten Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Projekt DiEDa wird daher diese strukturell-medienp\u00e4dagogische Perspektive mit einer berufsp\u00e4dagogischen Fundierung des beruflichen Lernens Erwachsener verkn\u00fcpft. Denn um die berufliche Weiterbildung in ihren verschiedenen Auspr\u00e4gungen fundiert weiter zu entwickeln sind \u2013 so unsere Hypothese \u2013 einerseits Erkenntnisse zu Entwicklungsaufgaben Erwachsener, zu typischen Lernwegen und Lernproblemen erforderlich, andererseits aber auch zu epistemologischen \u00dcberzeugungen der Lernenden und Weiterbildner. Wenn Didaktik im weiteren Sinne die Wissenschaft des durch Lehre geleiteten Lernens ist, dann bedarf es f\u00fcr eine gute Vermittlung zwischen Lehre und Lernen zuvorderst eines tiefen Verst\u00e4ndnisses der Voraussetzungen von gelingendem Lernen. Menschen lernen (f\u00fcr sich) selbst \u2013 unter bestimmten Voraussetzungen \u2013 sogar mit viel Freude und Leichtigkeit. Sie lernen durch Lesen, Zuh\u00f6ren, im sozialen Kontakt, \u00fcber das Fernsehen etc. \u2013 neuerdings auch \u00fcber digitale Medien. Sie lernen intentional \u00fcber Dinge, die sie interessieren (z.B. im Rahmen von Hobbies oder f\u00fcr ein Ehrenamt) oder nicht-intentional, quasi \u201enebenbei\u201c, weil das Lernen Teil ihrer Lebenspraxis, ihrer Entwicklungsaufgaben als Erwachsene ist. Diese Allt\u00e4glichkeit des Lernens muss verstanden werden, um die Didaktik des Lernens Erwachsener, die in der Regel eine Didaktik des selbstorganisierten Lernens ist, weiter zu entwickeln. Das Wissen um die Verbindung zwischen der lebensbezogenen Entwicklung Erwachsener und ihrem Lernen kann als Ressource genutzt werden, wenn es darum geht, die Praxis selbstgesteuerten Lernens in Lehrkontexten weiter zu entwickeln. Diese Praxis beginnt in den Primar- und Sekundarschulen in Form von Hausaufgaben und endet f\u00fcr die meisten Lernenden mit dem Abschluss der Berufsausbildung. Die in der eigenen Lernbiografie gemachten Erfahrungen mit didaktisch mehr oder weniger sinnvoll eingebetteten \u201eSelbstlernauftr\u00e4gen\u201c wirken wiederum auf die individuelle Offenheit f\u00fcr \u201cselbstgesteuerte\u201d Ans\u00e4tze im Kontext lebenslangen Lernens. Dies und das Ergebnis der PISA-Studie, dass deutsche Sch\u00fcler\/innen im internationalen Vergleich Schwierigkeiten haben, sich Lehrstoff selbstreguliert anzueignen, sind Anlass, sich vertieft und vor dem Hintergrund von Entwicklungstheorien mit der Didaktik von Selbstlernen zu besch\u00e4ftigen. Diese berufsp\u00e4dagogische Fundierung des selbstorganisierten Lernens wird helfen, bestehende, oft normative oder allzu pragmatische Ans\u00e4tze selbstorganisierter Weiterbildung weiter zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Joanna Burchert, ITB, burchert@uni-bremen.de<\/p>\n\n\n\n<p>Rasmus Grobe, BiWeNa, rg@biwena.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DiEDa Didaktik selbstorganisierter berufsbezogener Weiterbildungsprozesse mit digitalen Medien \u201eLebenslanges Lernen\u201c ist ein zentrales politisches Paradigma und aus Sicht von Unternehmen ist die st\u00e4ndige Weiterbildung von Mitarbeiter\/innen angesichts sich wandelnder Anforderungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"_tribe_blocks_recurrence_rules":"","_tribe_blocks_recurrence_description":"","_tribe_blocks_recurrence_exclusions":"","footnotes":""},"class_list":["post-337","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":354,"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337\/revisions\/354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/biwena.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}